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Neues zu Steuern und Finanzen

Weitere Artikel der Ausgabe Juli 2009:

  • Abschreibung

    Normale und vorzeitige Abschreibung Artikel lesen

  • Grunderwerbsteuer bei vereinbarten Leistungen

    Die Grunderwerbsteuer umfasst den Erwerb von inländischen Grundstücken. Haupttatbestand sind dabei Kaufverträge und andere Rechtsgeschäfte, die den Anspruch auf Übereignung begründen wie z.B. Übergabeverträge. Artikel lesen

  • Auftraggeberhaftung für Sozialversicherungsbeiträge

    Wie berichtet haften Bauunternehmer, die Subunternehmer beschäftigen in Zukunft für Sozialversicherungsbeiträge ihrer Subunternehmer. Das Gesetz wird voraussichtlich nicht vor 1.9.2009 in Kraft treten. Die Eintragung in die HFU-Gesamtliste für Auftragnehmer zwecks Entfall der Haftung für den Auftraggeber ist bereits jetzt schon möglich. Artikel lesen

  • Liebhaberei

    Steuerliche Liebhaberei ist eine Tätigkeit, welcher abgesprochen wird, dass sie auf Dauer ein positives Ergebnis erzielt. Artikel lesen

Rechtsformwahl nach der Steuerreform

Zu bedenken sind jedenfalls Haftungsfragen sowie organisatorische und betriebswirtschaftliche Fragestellungen. Zentrales Entscheidungskriterium ist aber auch immer wieder die steuerliche Optimierung. Durch die Steuerreform 2009 haben sich hier die Rahmenbedingungen geändert – dieser Aspekt soll in diesem Artikel beleuchtet werden.

Begünstigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne läuft aus

Durch die Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 34 % auf 25 % bei der letzten Steuerreform stieg die Attraktivität der GmbH gegenüber dem Einzelunternehmen bzw. den Personengesellschaften. Als Ausgleich zur KöSt-Senkung hatte der Gesetzgeber eine begünstigte Besteuerung von nicht entnommenen Gewinnen eingeführt. Gewinne, die in der Personengesellschaft oder im Einzelunternehmen belassen wurden, wurden nur mit dem Hälftesteuersatz besteuert. Diese begünstigte Besteuerung der nicht entnommenen Gewinne ist nun letztmalig für 2009 anzuwenden und läuft 2010 aus.

Neuer Gewinnfreibetrag ab 2010

Als Ersatz soll nun der neue ausgeweitete Gewinnfreibetrag Einzelunternehmen und Personengesellschaften ab 2010 begünstigen. Wie berichtet wurde der Gewinnfreibetrag von 10% auf 13 % erhöht. Für Gewinne über € 30.000,00 sind entsprechende Investitionen erforderlich.

Die Besonderheit bei Personengesellschaften ist, dass die Inanspruchnahme nur durch die Gesellschafter entsprechend ihrem steuerlichen Gewinnanteil erfolgen kann. Der Gewinnfreibetrag ist dabei mit € 100.000,00 pro Gesellschaft und Gesellschafter begrenzt (doppelte Deckelung).

Beispielrechnungen zeigen, dass GmbHs daher bei hohem Einkommen und wenig Ausschüttungen/Entnahmen Vorteile bieten. Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften hingegen haben bei geringerem Einkommen oder bei hohen Ausschüttungen/Entnahmen und bei voller Nutzung des 13 % Gewinnfreibetrags die Nase vorne.

Neuer Einkommensteuertarif

Die Vorteile des neuen Einkommensteuertarifes werden bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen ihren Niederschlag finden, aber auch bei der GmbH über die Geschäftsführerbezüge genutzt werden können. Auch steht einem Gesellschaftergeschäftsführer mit Einkünften aus selbständiger Arbeit künftig neben dem Betriebsausgabenpauschale der Grundfreibetrag des neuen Gewinnfreibetrages bis € 3.900,00 zu.

Wesentliche Entscheidungskriterien, ob eine Personengesellschaft oder eine GmbH das bessere „steuerliche Kleid“ für Ihr Unternehmen in der Zukunft ist, sind daher folgende Fragen:

  1. Wie hoch wird der Gewinn der Personengesellschaft bzw. der GmbH sein?
  2. Wie hoch werden die Investitionen sein, die für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag verwendet werden können?
  3. Wie hoch werden die Geschäftsführerbezüge bei der GmbH sein?
  4. Wie hoch werden die Ausschüttungen bzw. Privatentnahmen sein?

Für die Beantwortung dieser Fragen wird es erforderlich sein, die Entwicklung Ihres Unternehmens für die kommenden Jahre möglichst genau zu planen.

Eine pauschale Aussage, bei welcher Rechtsform weniger an Steuern und Abgaben in den kommenden Jahren zu entrichten sein wird, ist auch nach der Steuerreform 2009 nicht machbar. Die individuelle Situation muss genau beleuchtet werden und es müssen vor allem auch alle nicht-steuerlichen Entscheidungskriterien berücksichtigt werden.

Stand: 16. Juni 2009

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